Er hörte das Prasseln des Feuers, bevor er langsam hinüberglitt ins Reich der Träume. Wohlig warm bemerkte er, wie seine Sinne langsam schwanden.
Irgendwann, er konnte sich nicht erinnern wie lange er geschlafen hatte, weckte ihn ein leiser, warmer Windhauch. Er vermeinte Schwaden des noch immer brennenden Feuers zu spüren und öffnete leicht die Augen. Da stand sie vor ihm. Weich und sachte wehte ihr Gewand um Ihre Siluette. Er erschrak für einen Momente, doch als er kurz den Glanz Ihre Augen sah, wußte er, dass er sich nicht zu fürchten brauchte.
Sie lächelte ihn an und streckte ihm ihre Hand entgegen. Leicht zögerlich nahm er sie. Im selben Moment bemerkte er eine unbekannte Wärme durch seinen Körper fliessen. Wieder leichte Furcht in ihm. " Nein, nicht bei ihr.", dachte er bei sich und ließ das wohlige Fliessen zu.
Sie lächelte ihn nur wortlos an. Er versprüte den Drang, nach ihr zu greifen, sie zu sich hinunter zu ziehen. Sie aber zog mit einemsanften Lächeln im Gesicht, ihre Hand zurück. Er stutzte für einen Moment und da er normalerweise ein Mann der Tat war, fasste er sich ein Herz sie an zu sprechen. "Wer bist du?," fragte er sie . Sie lächelte erneut und wieder ging eine unbekannte wohlige Wärme von ihr aus. "Ich bin das, was sich deine Seele immer erträumt hat. Das tiefste Geheimnis in dir. Deine innere Wahrheit.Das, was du dir von Anbeginn der Zeit vorgenommen hast."
Er stutze und war nun völlig verwirrt, versuchte sich wieder auf ihr Gesicht zu konzentrieren. Plötzlich nahm er darin eine Narbe wahr. Quer über ihr ansonsten feingeschnittenes Gesicht ,verlief eine tiefe, lange verheilte Narbe, die auf grossen Schmerz schließen ließ.
Er erschrak ob der Tatsache, dass man ihr das angetan hatte.
"Wer hat dir das angetan?", fragte er erbost. " Das warst du." , antwortete sie mit einem liebevollen Lächeln. Das konnte nicht sein, dachte er. So etwas war nicht seine Art. Er sprang von seinem Lager auf. Wollte auf sie zu gehen, aber sie drehte sich um und winkte ihm zu.
"Ich habe deine Wunden gesehen. Ich habe sie ans Tageslicht geholt. Damit deine Seele heilen möge und du mich endlich sehen kannst." , sagte sie sanft. "Es ist an dir, mir zu folgen und deinem eigenen Inneren endlich ins Gesicht zu sehen und damit mich zu heilen. Jedes Mal, wenn du gegen deine innere Überzeugung handelst, dein Gefühl wegdrückst und dich nur noch dem Verstand hingibst, ist es wie ein Schlag ins mein Gesicht." Er war nun völlig verwirrt, etwas zornig und wußte nicht, wie ihm geschah. Er fühlte Wärme in sich aufsteigen. "Nein, dachte er, so was kann ich momentan nicht brauchen. Ich muss mit dem Verstand an diese Sache herangehen. Das kann nicht sein. Reiß dich zusammen."
Sie entfernte sich weiter von ihm. Leise und sanft wie sie gekommen war. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Nur konnte er in diesem Moment klar sehen, wie ihr etwas rotes die Wange herunter lief. Ihm stockte der Atem. Das war Blut! Es floss in einem kleinen Rinnsal aus der Narbe in ihrem Gesicht. Das konnte jetzt nicht wahr sein! Er versuchte ihr zu folgen, merkte aber, dass er fast bewegungsunfähig war. Sie lächelte ihm zu und das Rinnsal auf ihrem Gesicht wurde merklich größer. Rote Flüssigkeit tropfte auf den Boden vor ihr.
"Ich bin das Wasser und das Feuer in deiner Seele. Du kannst mir erst folgen, wenn du es in dir gefunden hast. Solange werde ich auf dich warten und deine Dunkelheit wird meine Qual sein. So hat es der Geist entschieden. Und dein Licht wird meine Liebe und meine Heilung sein, denn so steht es geschrieben." Dann entfernte sie sich so sanft wie der Wind, der im Sommer den Bäumen das Leben verheißt. Er stand immer noch bewegungsunfähig da, schaute ihr nach, bis sich ihre Umrisse in der sanften Umhüllung der Nacht auflösten.
Sein Schädel hämmerte. Hatte er überhaupt geschlafen? Er setze sich auf. Es war etwas kühl und er hätte alles für einen warmen Malzkaffee gegeben. Na ja, dann musste er den jetzt aufbrühen. Er stand auf und ging hinüber zum Feuer, immer noch leicht schlaftrunken. Aber im nächsten Moment durchzuckte es ihn wie ein Blitz. Eine kleine, fast schon geronnene Blutspur zog sich bis hin zum Haselstrauch in der Nähe seiner Schlafstätte. Die Ereignisse, oder der Traum der vergangenen Nacht fing schlagartig an, in ihm zum Leben zu erwachen. Wie gelähmt mit pochendem Herzen stand er da, traute nichts und niemandem mehr. Nur noch Verwirrung kurz vor Panik, ergoss sich in seine Blutbahn. Er versuchte sich auf etwas zu konzentrieren, das er kannte. Er lauschte auf das Gezwitscher der Vögel, die den erwachenden Tag begrüßten, auf das Rauschen des nahegelegenen Baches, das er so gut kannte und liebte. Ja, alles war gut und so wie immer. Er entspannte sich und lauschte auf den Wind den er inniger noch liebte als sein bestes Pferd. Dieser flüsterte ihm heute zu "Deine Dunkelheit wird meine Qual sein und dein Licht wird meine Liebe und meine Heilung sein."
Copyright Sabine Wilson-Weiss
Alle rechte bleiben bei der AutorinIrgendwann, er konnte sich nicht erinnern wie lange er geschlafen hatte, weckte ihn ein leiser, warmer Windhauch. Er vermeinte Schwaden des noch immer brennenden Feuers zu spüren und öffnete leicht die Augen. Da stand sie vor ihm. Weich und sachte wehte ihr Gewand um Ihre Siluette. Er erschrak für einen Momente, doch als er kurz den Glanz Ihre Augen sah, wußte er, dass er sich nicht zu fürchten brauchte.
Sie lächelte ihn an und streckte ihm ihre Hand entgegen. Leicht zögerlich nahm er sie. Im selben Moment bemerkte er eine unbekannte Wärme durch seinen Körper fliessen. Wieder leichte Furcht in ihm. " Nein, nicht bei ihr.", dachte er bei sich und ließ das wohlige Fliessen zu.
Sie lächelte ihn nur wortlos an. Er versprüte den Drang, nach ihr zu greifen, sie zu sich hinunter zu ziehen. Sie aber zog mit einemsanften Lächeln im Gesicht, ihre Hand zurück. Er stutzte für einen Moment und da er normalerweise ein Mann der Tat war, fasste er sich ein Herz sie an zu sprechen. "Wer bist du?," fragte er sie . Sie lächelte erneut und wieder ging eine unbekannte wohlige Wärme von ihr aus. "Ich bin das, was sich deine Seele immer erträumt hat. Das tiefste Geheimnis in dir. Deine innere Wahrheit.Das, was du dir von Anbeginn der Zeit vorgenommen hast."
Er stutze und war nun völlig verwirrt, versuchte sich wieder auf ihr Gesicht zu konzentrieren. Plötzlich nahm er darin eine Narbe wahr. Quer über ihr ansonsten feingeschnittenes Gesicht ,verlief eine tiefe, lange verheilte Narbe, die auf grossen Schmerz schließen ließ.
Er erschrak ob der Tatsache, dass man ihr das angetan hatte.
"Wer hat dir das angetan?", fragte er erbost. " Das warst du." , antwortete sie mit einem liebevollen Lächeln. Das konnte nicht sein, dachte er. So etwas war nicht seine Art. Er sprang von seinem Lager auf. Wollte auf sie zu gehen, aber sie drehte sich um und winkte ihm zu.
"Ich habe deine Wunden gesehen. Ich habe sie ans Tageslicht geholt. Damit deine Seele heilen möge und du mich endlich sehen kannst." , sagte sie sanft. "Es ist an dir, mir zu folgen und deinem eigenen Inneren endlich ins Gesicht zu sehen und damit mich zu heilen. Jedes Mal, wenn du gegen deine innere Überzeugung handelst, dein Gefühl wegdrückst und dich nur noch dem Verstand hingibst, ist es wie ein Schlag ins mein Gesicht." Er war nun völlig verwirrt, etwas zornig und wußte nicht, wie ihm geschah. Er fühlte Wärme in sich aufsteigen. "Nein, dachte er, so was kann ich momentan nicht brauchen. Ich muss mit dem Verstand an diese Sache herangehen. Das kann nicht sein. Reiß dich zusammen."
Sie entfernte sich weiter von ihm. Leise und sanft wie sie gekommen war. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Nur konnte er in diesem Moment klar sehen, wie ihr etwas rotes die Wange herunter lief. Ihm stockte der Atem. Das war Blut! Es floss in einem kleinen Rinnsal aus der Narbe in ihrem Gesicht. Das konnte jetzt nicht wahr sein! Er versuchte ihr zu folgen, merkte aber, dass er fast bewegungsunfähig war. Sie lächelte ihm zu und das Rinnsal auf ihrem Gesicht wurde merklich größer. Rote Flüssigkeit tropfte auf den Boden vor ihr.
"Ich bin das Wasser und das Feuer in deiner Seele. Du kannst mir erst folgen, wenn du es in dir gefunden hast. Solange werde ich auf dich warten und deine Dunkelheit wird meine Qual sein. So hat es der Geist entschieden. Und dein Licht wird meine Liebe und meine Heilung sein, denn so steht es geschrieben." Dann entfernte sie sich so sanft wie der Wind, der im Sommer den Bäumen das Leben verheißt. Er stand immer noch bewegungsunfähig da, schaute ihr nach, bis sich ihre Umrisse in der sanften Umhüllung der Nacht auflösten.
Sein Schädel hämmerte. Hatte er überhaupt geschlafen? Er setze sich auf. Es war etwas kühl und er hätte alles für einen warmen Malzkaffee gegeben. Na ja, dann musste er den jetzt aufbrühen. Er stand auf und ging hinüber zum Feuer, immer noch leicht schlaftrunken. Aber im nächsten Moment durchzuckte es ihn wie ein Blitz. Eine kleine, fast schon geronnene Blutspur zog sich bis hin zum Haselstrauch in der Nähe seiner Schlafstätte. Die Ereignisse, oder der Traum der vergangenen Nacht fing schlagartig an, in ihm zum Leben zu erwachen. Wie gelähmt mit pochendem Herzen stand er da, traute nichts und niemandem mehr. Nur noch Verwirrung kurz vor Panik, ergoss sich in seine Blutbahn. Er versuchte sich auf etwas zu konzentrieren, das er kannte. Er lauschte auf das Gezwitscher der Vögel, die den erwachenden Tag begrüßten, auf das Rauschen des nahegelegenen Baches, das er so gut kannte und liebte. Ja, alles war gut und so wie immer. Er entspannte sich und lauschte auf den Wind den er inniger noch liebte als sein bestes Pferd. Dieser flüsterte ihm heute zu "Deine Dunkelheit wird meine Qual sein und dein Licht wird meine Liebe und meine Heilung sein."
Copyright Sabine Wilson-Weiss
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